Die Panzerkampfwagen II Ausf. G - M und Leopard
Panzerkampfwagen II Ausf. G (VK 9.01)
Die Oberste Heeresleitung (OHL) wollte den Panzerkampfwagen II immer weiter entwickeln und verbessern. So erging im Juni 1938 ein weiterer Auftrag an Daimler-Benz und MAN, dem Panzerkampfwagen II einen schnellen und agilen Aufklärungspanzer hinzuzufügen. Durch dieses neue Konzept sollten die uneffektiven Panzerkampfwagen II an der Front ersetzt werden. Das Ergebnis war die Ausführung G, bzw. der VK 9.01. Das besondere bei dieser neuen Entwicklung war, dass neue Hochleistungs-Technologien von deutschen Automobilingenieuren verwendet wurden. Allerdings waren diese noch technisch unausgereift und so kam es auch immer mal wieder zu Verzögerungen und häufigen Änderungen im Design.
Diese Ausführung hatte ein ganz neues Schachtel-Laufwerk.
Der Motor war ein 145 PS starker Motor. Mit diesem konnte er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h erreichen. Nach einem Einbau eines neuen 200 PS Motors konnte auch die von Anfang an angestrebte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreicht werden.
Das Gewicht dieses kleinen Panzers betrug 9,2 Tonnen (t).
Die Bewaffnung bestand jedoch nur aus einem 7,92 mm MG 141 / EW 141 (Einbauwaffe) und einem Koaxial montierten 7,92 mm MG 34.
Von der Ausführung G wurden 45 Stück der Null-Serie hergestellt und standen ab Oktober 1940 bereit. Diese wurden aber wahrscheinlich nie an die Truppe ausgeliefert. Das Problem warum nur so wenige Fahrzeuge hergestellt und dann nicht einmal eingesetzt wurden war der Antriebsstrang. Zwar technologisch sehr weit vorne, jedoch mit immer neu auftretenden Kinderkrankheiten. So ging der VK 9.01 zwischen seinen Konkurrenten unter und wurde in den Schatten gestellt. Das Projekt wurde daraufhin eingestellt.
Im Jahr 1941 forderte das allgemeine Heereswaffenamt einen Panzerkampfwagen in der 10 t Klasse, welcher eine erhöhte Geschwindigkeit und zusätzlich eine verbesserte Panzerung aufweisen sollte. Im September 1941 stellte MAN ein erstes Einwicklungsfahrgestell her und vor.
Das Gewicht betrug 10,5 t und durch einen 200 PS starken Sechszylinder-Maybach HL 66 P Motor erreichte das Entwicklungsfahrgestell ohne Aufbau eine Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h.
An der Frontpartie hatte das Fahrzeug eine Panzerung von 30 mm und an den Seiten sowie am Heck von 20 mm.
Vom Aussehen war das Fahrzeug jedoch fast identisch zur Ausführung G. Die Bewaffnung bestand jedoch aus einer 2 cm KwK 38 L/55 und einem koaxial eingebauten MG 34.
Der voraussichtliche Produktionsbeginn war Mitte 1942 angesetzt, wurde jedoch gestrichen, da das Projekt bis zu diesem Zeitpunkt überholt war und der „Luchs“ eine sehr vielversprechendere Lösung darstellte. Vom VK 9.03 oder auch Panzerkampfwagen II Ausführung H wurde nur ein einziger Prototyp hergestellt.
Direkt mit der Entwicklung des Panzerkampfwagen II Ausf. H begann auch die Entwicklung an einem weiteren, schnellen und kleinen Panzerjäger. Dabei wurde das Chassis des Panzer II H genommen und man plante, eine 5 cm PaK 38 zu montieren. Diese wurde aber, nicht wie bei vorherigen Modellen, starr in der Wanne montiert, sondern sollte in einem frei drehbaren Turm untergebracht werden. Um das Gewicht des Turmes gering zu halten, wurde eine 5 cm PaK 38 L/60 verwendet.
Die Besatzung bestand aus vier Soldaten. Das Gewicht betrug um die 10,5 t und mit einer erreichten Höchstgeschwindigkeit von 50 bis 60 km/h war dieser Panzerjäger auch sehr schnell.
Entwickelt wurde dieses Konzept des Panzerjägers von der Firma MAN und man plante mit 2.000 gebauten Panzern. In der Realität wurden jedoch nur zwei Prototypen gebaut. Beide Prototypen wurden zur Panzerjäger-Abteilung 559 an die Ostfront geschickt und kamen dort auch zum Einsatz. Über den Verbleib ist jedoch nichts bekannt, bzw. wurde nichts notiert.
Um den Panzerkampfwagen II für die Front weiter verbessern zu können, ging Ende 1939 ein neuer Entwicklungsauftrag raus. Bei der neuen Version legte man das Hauptaugenmerk auf die Panzerung. Das Ergebnis war der Panzerkampfwagen II Ausführung J oder auch VK 16.01.
Die Frontpanzerung wurde auf 80 mm und die Seiten und Heckpanzerung auf 50 mm erhöht. Dadurch stieg das Gesamtgewicht allerdings auf 18 t.
Der kleine, 150 PS starke Motor brachte diesen schweren Panzer auf eine Höchstgeschwindigkeit von nur 30 km/h.
Das Fahrwerk war, wie auch bei den Ausführungen G und H, ein Schachtellaufwerk. Dadurch wurde das Gewicht, trotz des geringen Platzes im Laufwerk, besser verteilt und es konnte eine bessere Federung erreicht werden.
Die Bewaffnung bestand, wie beim VK 9.03 aus einer 2 cm KwK 38 L/55 und einem koaxial angebrachten MG 34.
Im Juni 1940 stellte MAN sein erstes Versuchsfahrgestell vor und zwischen 1941 und 1942 wurden 30 Stück in der Nullserie hergestellt. Zum direkten Kampfeinsatz kamen jedoch nur sehr wenige Panzer. Sechs Stück wurden nachweislich bei der Ordnungspolizei eingesetzt, unter anderem bei der 13. (verstärkten) Polizei-Panzer-Kompanie.
Geplant waren 70 weitere Panzer, jedoch wurde die Bestellung storniert.
Nach mehreren Kämpfen wurde 1944 ein Panzerkampfwagen II J beschädigt. Um ihn aber nicht aussondern zu müssen, wurde dieser kurzerhand zu einem Bergepanzer umgebaut. Dabei wurde der beschädigte Turm entfernt und stattdessen wurde ein kleiner 6 t Bilstein-Kran aufgesetzt. Im gleichen Atemzug erhielt dieser Panzer den Namen, Bergepanzer II Ausf. J. Jedoch kam es nicht zu einer Serienfertigung dieses Fahrzeuges und es blieb bei einem Feldumbau.
Im Winter 1944/1945 war dieser Bergepanzer noch immer aktiv und leistete seinen Dienst bei der Panzer-Werkstatt-Kompanie der 116. Panzer-Division, auch Windhund-Division genannt. Doch auch dieser, wie alle Panzerkampfwagen II Ausf. J, überlebte den Krieg nicht.
An der Ostfront war die Bodenbeschaffenheit durch Matsch und Schlamm extrem schlecht und so konnten Radfahrzeuge nur sehr langsam und schlecht vorankommen. Aus diesem Grund forderte das Heereswaffenamt schon im September 1939 einen Vollkettenaufklärer um für mögliche neue Kriegsschauplätze gewappnet zu sein. Als Grundlage nahm man die Erfahrungen aus den Panzerkampfwagen II Ausführung G und J und entwickelte den Panzerkampfwagen II Ausführung L oder auch VK 13.01.
Die Frontpanzerung dieses neuen Vollkettenaufklärers betrug 30 mm, die Seitenpanzerung und Heckpanzerung bestanden aus 20 mm. Dadurch hatte das gesamte Fahrzeug ein Gesamtgewicht von 12 t.
Um das Fahrzeug bewegen zu können, wurde ein 180 PS Motor eingebaut. Dadurch erreichte der Aufklärungspanzer eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h.
Die Besatzung bestand aus vier Mann.
Nachdem der erste Prototyp hergestellt wurde, welcher unter der Bezeichnung VK 13.01 lief, begann im September 1942 die Serienproduktion. Hierbei wurden einige geringe Änderungen durchgeführt und so ging die Serienproduktion unter den Namen VK 13.03 in Produktion. Da dieser Panzer nur für Aufklärungszwecke eingesetzt wurde, war die offizielle Bezeichnung „Panzer-Spähwagen II (Sd.Kfz. 123 mit 2 cm KwK 38) Luchs“. Geplant waren ein Großauftrag von 800 Fahrzeugen, jedoch wurde die Produktion im Januar 1944 eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 100 Fahrzeuge gefertigt und an mehrere Aufklärungseinheiten von Panzer-Divisionen übergeben.
Um der stetig steigenden Gefahr der feindlichen Luftüberlegenheit Herr zu werden, wurden immer neue Konzepte für die mobile Flugabwehr entwickelt. Am 2. September 1942 wurde dann mit den ersten Planungen begonnen. Ziel war es, eine 3,7 cm FlaK 36 oder eine 2 cm Flakvierling auf einen Panzerkampfwagen II L zu montieren. Am 1. Oktober 1942 wurden dann die ersten Zeichnungen mit der Bezeichnung „gepanzerte Selbstfahrlafette für leichte FlaK“ vorgelegt. Da sich der Bau des Panzer II L jedoch verzögerte, kam der Vorschlag, man solle doch das neue Konzept des „Leopard“ für Flak-Geschütze nutzen. Da jedoch auch hier die Planung und der Bau abgebrochen wurde, stieg man auf das Chassis des Panzer IV um.
Rheinmetall-Borsig führte dennoch die Forschung und Entwicklung auf Basis des Panzer II L weiter und präsentierte kurze Zeit später das erste Konzept des FlaK-Panzer II L.
Man nahm das Chassis eines Panzer II L und montierte darauf eine 3,7 cm FlaK 43/1 L/60. Damit die Besatzung einen kleinen Schutz gegen feindliches Feuer hatte, wurde die FlaK in einem rundum geschlossenen Turm, ähnlich der später darauf basierenden Flakpanzer „Ostwind“ und „Wirbelwind“, eingefasst. Zur Serienproduktion kam es jedoch nie und es gab nur einen Prototyp aus Holz. Der neue Turm und die 3,7 cm FlaK bewährten sich jedoch und wurden bei weiteren Konzepten verwendet.
Genau wie beim Panzerkampfwagen II Ausführung H erreichte die Ausführung M nicht mehr als das Prototypenstadium. Hier leistete die Firma MAN ebenfalls den größten Teil der Entwicklungsarbeit für das Fahrwerk und Daimler-Benz für den Turm und den Aufbau.
Die Panzerung betrug hier 30 mm an der Front, aber nur 14,5 mm an den Seiten und dem Heck. Auch bei der Ausführung M wurde ein Maybach HL 66 P mit 200 PS eingebaut.
Doch auch die Entwicklung an der Ausführung M im März 1942 wurde aufgrund des besseren Vollkettenaufklärers „Luchs“ eingestellt.
Auch wenn der Panzerkampfwagen II nicht viel Kampfkraft aufwies, wurde die Forschung und Weiterentwicklung noch nicht eingestellt. Das Heereswaffenamt vergab einen weiteren Auftrag für ein neues Fahrgestell an die Firma MIAG und für einen neuen Aufbau und Turm an die Firma Daimler-Benz. Das Ziel sollte es sein, einen schweren Vollkettenaufklärer zu schaffen. Dabei entstand der „Gefechtsfeldaufklärer VK 16.02“, auch genannt „Leopard“.
Die Panzerung am Turm hatte eine Stärke von 50 – 80 mm und die Wannenpanzerung betrug 20 – 60 mm. Dadurch stieg das Gewicht auf 26 t an.
Um dieses schwere Fahrzeug bewegen zu können, wurde ein 550 PS starker Motor eingebaut. Dieser brachte dem Leopard, trotz der 26 t Gewicht, eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h.
Die Produktion dieses Fahrzeuges lief jedoch nicht mehr an. Lediglich der Turm wurde weiterverwendet und kam auf dem Sd.Kfz. 234/2, dem berühmten „Puma“, zum Einsatz.
| Gefechtsgewicht: | ca. 8,9 t | ca. 10,5 t | ca. 10,5 t | ca. 18 t | ca. 11,8 t | ca. 10,5 t | ca. 21,9 t |
| Länge: | 4,81 m | 4,24 m | 4,63 m | ----- | 4,63 m | 4,63 m | 4,74 m |
| Breite: | 2,22 m | 2,39 m | 2,48 m | ----- | 2,48 m | 2,48 m | 3,10 m |
| Höhe: | 1,99 m | 2,05 m | 2,05 m | ----- | 2,21 m | 2,05 m | 2,60 m |
| Motor: | Maybach HL 62 TR, 140 PS | Maybach HL 45, 150 PS | Maybach HL 66 P, 200 PS | Maybach HL 45 P, --- PS | Maybach HL 66 P, 200 PS | Maybach HL 66 P, 200 PS | Maybach HL 157 P, 550 PS |
| Geschwindigkeit: | 40 km/h | 67 km/h | 65 km/h | 31 km/h | 60 km/h | 60 km/h | 45 km/h |
| Reichweite: | 190 km | 200 km | 290 km | ----- km | 200 km | 290 km | 500 km |
| Bewaffnung primär: | 2 cm KwK 30 | 2 cm KwK 38 | 2 cm KwK 38 | 2 cm KwK 38 | 2 cm KwK 38 | 2 cm KwK 38 | 5 cm KwK 39/1 |
| Bewaffnung sekundär: | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 | 7,92 mm MG 34 |
| Panzerung: | Wanne 5 - 16 mm | Wanne 30 mm | Wanne 30 mm | Wanne 80 mm | Wanne 5 - 30 mm | Wanne 14,5 - 35 mm | 50 mm |
| Besatzung: | 3 Mann | 3 Mann | 3 Mann | 4 Mann | 3 Mann | 4 Mann | 4 Mann |