Beitrag Mi 12. Feb 2020, 23:44

Panzerkampfwagen II - Serienmodelle Ausf. A-C, F

Die Serienmodelle des Panzer II Ausf. A-C, F


Panzerkampfwagen II Ausf. A (Sd.Kfz.121)


Panzerkampfwagen II Ausf. A, Frankreich 1940.



Der Panzerkampfwagen II Ausf. A war die erste, serienmäßig produzierte Ausführung des Panzerkampfwagen II. Er hatte alle wichtigen Standards für die Besatzung, den Kampf und die Massenproduktion. Die Grundvariante blieb allerdings gleich, es wurden nur kleine, geringfügige Änderungen vorgenommen. Äußerlich sahen die Ausführung c und die Ausführung A sich sehr ähnlich, es gab nur maginale Änderungen. So hatte der Fahrer ein neues Visier an der Vorderseite des Panzers. Dabei wurde die große, rechteckige Abdeckung des gepanzerten Sichtfensters durch ein V-förmiges, gepanzertes Visier ersetzt.
1937 wurden die ersten 100 Fahrzeuge der Ausf. A an die Truppe geliefert. Dies waren auch die ersten serienreifen Modelle des Panzer II. Bei der neuen Ausf. A wurde die gebogene Frontplatte durch eine eckige, begradigte Bugpanzerung ersetzt. Dies erhöhte die Frontpanzerung auf 30 mm. Ebenso wurde ein neues Getriebe eingebaut, das ZF SSG 46. Der Motor wurde ebenfalls erneuert und verbessert, es wurde ein Maybach HL 62 TRM mit 140 PS eingebaut. Der neue Motor brauchte nun allerdings auch eine neue Kraftstoffpumpe, einen neuen Ölfilter und einen neuen Kühler. All dies wurde nun auf den Motor verlagert um Platz zu sparen und den Panzer nicht unnötig weiter zu vergrößern. Dadurch wurde die Breite des Fahrzeugs auf 2,25 m erhöht.
Um die Augen der Panzerbesatzung vor Splittern zu schützen wurden die Sehschlitze mit 12 mm dicken Panzerglas ausgestattet. Vorher waren es nur Sehschlitze ohne jeglichen Schutz. Die große, zweiteilige Klappe auf dem Turm wurde durch eine Kommandantenkuppel mit einer einfachen Klappe ersetzt. Ebenfalls wurde nun ein Turmringschutz an der Vorder- und Rückseite des Turmringes am Aufbau aufgeschraubt. Dies sollte verhindern, dass Splitter oder andere Munition sich zwischen Turm und Wanne verhakten und sich somit der Turm nicht mehr drehen lassen konnte. Zudem verhinderte dies dass Munition sowie Splitter diese Schwachstelle zwischen Turm und Wanne durchdringen konnten.
Die Bewaffnung war weiterhin eine 2 cm KwK 30, allerdings konnte diese nun drei verschiedene Granaten abfeuern. Dafür standen die Panzergranate 39, 40 und die Sprenggranate 39 zur Verfügung. Für das MG 34 wurden 2.250 Schuss Munition mitgeführt.
Während ihres Einsatzes wurden die Panzerkampfwagen II Ausf. A ständig aktualisiert und aufgerüstet. Somit konnten sie den steigenden Ansprüchen gerecht werden und weiter mit der Zeit gehen. So wurde zum Beispiel die Kommandantenkuppel angepasst oder zusätzliche Panzerung angebracht. Insgesamt wurden vom Panzerkampfwagen II Ausf. A ca. 422 Fahrzeuge produziert.

Panzerkampfwagen II Ausf. B (Sd.Kfz.121)



Panzerkampfwagen II Ausf. B, Military Historical Museum Lenino-Snegiri, Russland.



Zwischen dem Panzerkampfwagen II Ausf. A und der Ausf. B gab es im Grunde keine wesentlichen Änderungen. Da es aber bei der Herstellung des Panzerkampfwagen III zu Verzögerungen kam, musste der Panzerkampfwagen II weiter produziert werden um diese Lücke im Heer zu schließen.
Eine der Änderungen betraf die Panzerabweiser, welche an den Sichtöffnungen angeschweißt waren. Um die Sicherheit der Besatzung weiter zu erhöhen, wurde hier die Panzerung verstärkt. War es bei der Ausf. A noch 12 mm dickes Panzerglas, wurde es bei der Ausf. B durch 50 mm dickes Panzerglas ersetzt. Auch im Motorraum wurden weiter Winkeleisen angeschweißt und Verstärkungsstangen angebracht, um die Stabilität und Sicherheit des Panzers weiter zu erhöhen.
Auch die Ausf. B musste ständig aufgerüstet werden. Ein neuer Ausrüstungsgegenstand, welche bei einigen Panzerkampfwagen Ausf. B zum Einsatz kamen, war ein Rauchgranatenregal am Heck vom Panzer. Damit konnte der Panzer hinter sich nebeln und entweder Rückwärtsfahren und feuernd im Nebel verschwinden, oder schnell ausweichen und hinter sich den Nebel abwerfen.
Die Panzerkampfwagen der Ausf. B waren auch die ersten Versionen des Panzer II, welche in Afrika zum Einsatz kamen. Dazu wurde auch die Panzerung durch weitere Panzerplatten leicht verstärkt. Insgesamt wurden ca. 627 Fahrzeuge von der Ausf. B produziert.

Beobachtungspanzer II B



Bobachtungs-Panzerkampfwagen II B mit Attrappen, 15. Panzerdivision, DAK.



Auf Basis des Panzerkampfwagen II Ausf. B und C wurden einige Panzer speziell zur Beobachtung oder auch Koordinierung umgebaut.
Um an der Frontlinie den Beobachtern der Artillerie möglichst großen Schutz zu gewährleisten, wurden einige Panzerkampfwagen II so umgebaut, dass sie über der Einstiegsluke einen erhöhten Aufbau hatten. Dadurch konnte der Beobachter oder Kommandant sich besser bewegen und hatte eine bessere Rundumsicht. Da auf dem Panzerkampfwagen zu dieser Zeit noch keine Kommandantenkuppel eingebaut war, war dies eine Möglichkeit, die Sichtweite und Rundumsicht zu erhöhen, ohne den Kommandanten in Gefahr zu bringen. Der Aufbau hatte jedoch nur eine Panzerung von 5 - 10 mm Dicke, gab dem Kommandanten allerdings ein gewisses Maß an Sicherheit.
Außer der neuen Kuppel war der Panzer identisch zu den normalen Ausführungen. Es gab allerdings einige Fahrzeuge, die speziell von der Ausführung c zur Ausführung B umgebaut wurden, jedoch die runde Front-partie behalten hatten und nicht die Eckige bekamen.
Da der erhöhte Aufbau auf dem Turm jedoch sehr markant war und die bald eingeführte Kommandantenkuppel kam, wurde dieses Konzept abgeschafft und auch bei weiteren Panzern der Wehrmacht nicht weiter verfolgt.

In Afrika gab es ebenfalls Panzerkampfwagen II die als Beobachtungspanzer eingesetzt wurden. Bei diesen Fahrzeugen wurden, damit diese nicht besonders auffallen, die Waffenanlage zwar entfernt, jedoch durch Attrappen ersetzt. Durch den kompletten Wegfall der Waffenanlage konnte mehr Platz für den z.B. Artilleriebeobachter geschaffen werden.


Brückenleger auf Panzerkampfwagen II Ausf. B

Trotzdem die Versuche mit einem Brückenleger auf Basis des Panzerkampfwagen I und Panzerkampfwagen II Ausf. b nicht als sehr erfolgreich angesehen wurden, versuchte man dennoch auf Basis der Ausführungen B bis F weitere Brückenleger zu entwickeln. Das Waffenamt forderte 1939 auf Basis der Serienmodelle des Panzerkampfwagen II einen Schnellbrückenleger zu entwickeln.
Die Firmen Krupp und MAN bauten vier Versuchsmodelle mit einer Brücke, die auf 12 m verlängert, bzw. ausgefahren und acht Tonnen Gewicht tragen konnte. Dazu wurden Panzer der Ausführungen A, B, C und F genommen. Auf einigen Fotos sieht man diese Panzer und ging davon aus, dass diese während der Invasion von Polen schon zum Einsatz kamen, denn sie besaßen ein weißes Balkenkreuz. Allerdings ist diese Annahme falsch, denn diese Modelle wurden erst im Jahre 1941 hergestellt. Die vermeintlichen weißen Kreuze auf den Fotos sind aber nicht komplett weiß, sondern zusätzlich noch gelb umrandet. Man lackierte diese Kreuze in dieser Weise auf die Panzer, um den Freundbeschuss damit zu unterbinden.
Eingesetzt wurden diese Panzer bei der 7. Pionierabteilung. Wie viele Brückenleger genau gebaut wurden lässt sich nicht nachvollziehen.


15 cm sIG 33 auf Fahrgestell Panzerkampfwagen II





Der erste Versuch, das schwere Infanteriegeschütz 33 (sIG) auf ein Panzerchassis zu setzen, wurde mit dem Panzerkampfwagen I erprobt. Die Entwicklung gipfelte in der Selbstfahrlafette des Sturmpanzer I, auch genannt "Bison I". Da das Chassis des Panzerkampfwagen I aber mit der Bewaffnung an sein Grenzen kam, wurde Anfang 1941 ein neuer Auftrag erteilt, ein ähnliches Fahrzeug auf Basis des Panzerkampfwagen II zu entwickeln. Die Firma Alkett nahm sich dieses Auftrages an und testete am 13.Juni 1940 erfolgreich den ersten Prototyp in Kummersdorf bei Berlin. Dabei verschoss man mit dem Prototypen 120 Schuss. Dieser erste Protoyp hatte allerdings noch das Fahrgestell des Panzerkampfwagen II mit jeweils fünf Laufrollen an den Seiten. Bei den Tests stellte sich jedoch heraus, dass das Chassis so nicht geeignet war, denn ab einem bestimmten Winkel kippte das Fahrzeug beim Feuern nach hinten weg.
Nach weiteren Verbesserungen beim Prototyp und Test, stelle die Firma Alkett am 18. Februar 1941 dem General Halder das Fahrzeug erneut vor. Nach einer kurzen Inspektion sagte dieser nur: "Der Innenraum in diesem Fahrzeug ist unakzeptabel klein. In vier Monaten stellen Sie mir ein neues Fahrzeug vor! In einem Jahr geht es in die Serienproduktion!"
Im Oktober 1941 stellte Alkett dann einen Prototypen vor. Dieser Prototyp hatte genügend Platz für die Waffe und die Besatzung und konnte auch den enormen Rückstoß des Infanteriegeschützes abfangen.

Um das Geschütz allerdings sinnvoll unterbringen und der Besatzung zusätzlich noch Platz verschaffen zu können, musste das Chassis des Panzerkampfwagen II verändert werden. Das Fahrzeug wurde um 32 cm verbreitert und um 60 cm verlängert. Dadurch musste allerdings an beiden Seiten ein weiteres, sechstes Laufrad angebracht werden.
Panzerung war nicht wirklich vorhanden, lediglich das Geschützschild spendete ein wenig Schutz mit 20 mm und es gab nur eine sehr flache Seitenpanzerung von 10 mm. Für die vier Mann Besatzung kein allzu guter Schutz. Die Reichweiter des Geschützes betrug um die 4.700 m und konnte entweder als schweres Infanteriegeschütz oder als Mörser eingesetzt werden. Das Fahrzeug konnte lediglich 10 Schuss Munition mitführen. Um die Besatzung vor Wind, Regen und Sonne zu schützen, konnte über dem Kampfraum ein Plane gespannt werden. Diese wurde mit Hilfe von Stangen in der Mitte des Kampfraumes oben gehalten.
Um den Panzer zu bewegen gab es einen V8-Benzinmotor von Büssing-NAG mit insgesamt 155 PS. Damit erreichte die Selbstfahrlafette ein Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h. Jedoch war der Motor nicht sehr stark und zuverlässig. Da der Panzer ein Gewicht von 12 t besaß und das Geschütz für das Chassis auch eigentlich viel zu schwer war, überhitzte der Motor sehr schnell.

Von dieser Selbstfahrlafette wurden insgesamt zwölf Fahrzeuge hergestellt. Alle zwölf wurden nach Afrika geschickt, da Generalfeldmarschall Erwin Rommel mobile, schwere Artillerieunterstützung an der Front brauchte. Sechs Pferde und neun Soldaten pro Geschütz waren durch den enormen Wasserverbrauch und das langsame vorankommen in der Wüste nicht umzusetzen.
Am 23. Februar 1942 trafen die ersten sechs Fahrzeuge in Tripoli ein. Die Fahrzeuge dienten dort zwischen Februar und April 1942 und waren bei den Kämpfen vor Tobruk im Einsatz. Eingesetzt waren sie, jeweils sechs Fahrzeuge, bei der 707. und 708. schweren Infanteriegeschütz-Kompanie der 90. leichten Division. Die Fahrzeuge wurden sehr schnell als sehr kampfstark angesehen, jedoch waren sie auch sehr unzuverlässig. Ständig mussten die Fahrzeuge gewartet werden und da der Motor leicht und schnell zur Überhitzung neigte, was in der Wüste von Afrika kontraproduktiv ist, war ein eigenständiges Zurücklegen von langen und weiten Strecken nahezu unmöglich. Bis Dezember 1942 wurden alle Fahrzeuge wieder aus dem Dienst genommen.

Ein Fahrzeug kostete übrigens um die 53.000 Reichsmark, das wären heute um die 378.950 €.
Noch eine wichtige Information, in vielen Artikeln, Büchern oder auch auf Modellbausätzen steht der Name "Bison II". Während des Krieges wurde das Fahrzeug allerdings niemals so bezeichnet. Viele Modellbaufirmen, Schriftsteller und Museen dachten nach dem Krieg aber, dass die deutschen dieses Fahrzeug "Bison II" nannten, oder hätten nennen können, da ja auch auf Basis des Panzerkampfwagen I schon der Bison I existierte. Das ist jedoch ein Irrtum. Dennoch wurde der Name Bison II immer weiter verbreitet. Genau so ist es mit der Bezeichnung "Sturmpanzer II". Allerdings schützt ein Sturmpanzer seine Besatzung durch eine schwere Panzerung, was jedoch bei dieser Selbstfahrlafette nicht der Fall ist.


Panzerkampfwagen II Ausf. C (Sd.Kfz.121)



Panzerkampfwagen II Ausf. C im Museé Blinde.



Da es weiterhin zu Engpässen bei der Produktion des Panzerkampfwagen III kam, wurde auch der Panzerkampfwagen II weiter produziert und musste dementsprechend aufgerüstet werden. Dabei gab es auch bei der Ausf. C äußerlich nur sehr geringe Veränderungen. Dies betraf erneut die Panzerung vor den Sehschlitzen, hinter denen die 50 mm dicken Panzerglasplatten hingen. Da diese mit der Zeit zu schwer für die Halterungen wurden, mussten diese verstärkt werden. Dadurch mussten auch die außen hängenden Panzersichtschutzplatten verändert werden.
Da sich die Bewaffnung im Kampf gegen die polnischen Streitkräfte bewährte, wurden an der 2 cm KwK und dem MG 34 keine Veränderungen vorgenommen.
Ab 1940 wurden, während der Aufrüstung und Modernisierung der Panzerkampfwagen II, zusätzliche Panzerplatten an der Vorderseite des Turms und des Chassis angebracht. 1941 bekam auch der Panzerkampfwagen II eine kleine Kommandantenkuppel. Dabei wurde die pyramidenförmige Kugelabprallplatte und das Periskop entfernt um Platz für die Kuppel zu schaffen.
Während der Invasion in Belgien, den Niederlanden und Frankreich wurden die Panzerkampfwagen II hauptsächlich für Aufklärungsrollen eingesetzt. Man erkannte damals schon, dass sie gegen die Panzer der Alliierten und später gegen die rote Armee keine Chancen mehr hatten. Ab 1942 begann man mit der Ausmusterung aus den Regimentern, allerdings dienten sie danach bis zum Kriegsende weiterhin bei der inneren Sicherheit.
Vom Panzerkampfwagen II Ausf. C wurden insgesamt ca. 635 Fahrzeuge produziert.


Panzerkampfwagen II Ausf. C mit Schwimmkörper

Um Großbritannien bezwingen zu können, wurden Überlegungen angestellt, wie man auf der Insel landen könne. Man stellte Überlegungen an, Schwimmkörper an den Panzerkampfwagen II anzubringen. Als die Invasion Englands mit der Operation "Seelöwe" immer mehr Gestalt annahm, baute die Firma Sachsenberg in Roslau Schwimmkörper, die speziell an den Panzerkampfwagen II Ausf. C angepasst waren. 52 Panzer wurden damit ausgerüstet und ausgiebige Tests wurden durchgeführt.
Dazu wurden an beiden Seiten und vorne große Schwimmpontons angebracht, um den Panzer über Wasser zu halten. Der Wasserantrieb wurde vom Antriebskettenrad auf spezielle Propeller an den Pontons übertragen. Damit die Schwimmer bei einer Fahrt auf dem Land nicht kippen, brechen oder unkontrolliert über den Boden kratzen, wurden Stangen und Stützen an den Kettenstützrollen angebracht. Diese hielten den Ponton ruhig und gerade am Fahrzeug.
Im Wasser erreichte das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h.
Eingesetzt wurden die Panzer ohne die Pontons, nachdem die Operation "Seelöwe" aufgeschoben wurde, beim 1940 neu aufgestellten 18. Panzerregiment.


Pionierpanzer II

Der Pionierpanzer auf Basis des Panzerkampfwagen II war, ähnlich wie die Variante auf Basis des Panzerkampfwagen I, oftmals ohne Turm und daher unbewaffnet. Anstelle des Turmes wurde entweder ein großer Staukasten angebaut oder der offene Turmring nur mit einem Holzverdeck abgeschlossen. In dem großen, nach oben offenen Staukasten konnten dann die Pioniere ihr Material transportieren, Benzin an die Front gebracht oder auch manchmal Verwundete zurück zu dein eignen Reihen gebracht werden.
Der Pionierpanzer auf Basis des Panzerkampfwagen II wurde nicht vom Werk aus produziert, vielmehr waren das Feldumbauten aus beschädigten Fahrzeugen oder von ausgemusterten Modellen. Deshalb ist eine Mengenangabe dieses Fahrzeuges nicht möglich.


Panzerkampfwagen II Ausf. F (Sd.Kfz.121)



Panzerkampfwagen II Ausf. F im Panzermuseum Kubinka, Russland.



Der weitere Kriegsverlauf zeigte, dass die Panzerkampfwagen II nicht mehr mit der voranschreitenden Technik mithalten konnten. Dennoch wurde weiter an der Ausf. F gearbeitet, allerdings wurde diese Ausführung von vornherein als Aufklärungspanzer konzipiert. Auch kehrte man, nach den Ausführungen D und E wieder zum altbewährten Fahrwerk zurück.
Vom Werk her hatte die Ausf. F einen neuen Wannenbug mit einer 30 mm dicken Panzerung und einer, ebenfalls 30 mm dicken Panzerplatte an der Vorderseite des Turmes. Ebenfalls war die Kommandantenkuppel werkseitig schon abgebracht und musste nicht nachträglich eingebaut werden. Äußerlich unterschied sich die Ausf. F nicht sehr von der Ausf. C. Die einzige, markante Neuerung war ein kleiner Staukasten an der Rückseite des Turmes. Durch die neue Panzerung, den Bug und dem Staukasten, erhöhte sich das Gesamtgewicht auf ca. 10 Tonnen.
Die Ausf. F erhielt eine neue 2 cm KwK 38, welche eine nochmals gesteigerte Feuerrate hatte. Innerhalb des Kanonerohres wurden die Züge von zwei auf acht erhöht, was eine deutliche Steigerung bei der Panzerbekämpfung erwirkte. Hier konnten nun mit der Panzergranate 40 auf 500 m eine 20 mm dicke Panzerung durschlagen werden.
Um feindliches Feuer vom Fahrer abzulenken, wurde rechts neben dem Sichtfenster vom Fahrer ein gepanzertes "Fake"-Visier angeschraubt. Sonst gab es keine weiteren Veränderungen, da sich der Panzer bis dahin als Aufklärungspanzer besser bewährte denn als Kampfpanzer.
Im März 1941 wurden die ersten sieben Panzerkampfwagen II Ausf. F fertiggestellt, Ende Juli 1942 jedoch wurde die Produktion wieder eingestellt. Trotz allem wurden von der Ausf. F 1004 Fahrzeuge hergestellt. Die Mehrheit dieser Panzer wurde zu Aufklärungszwecken an der Ostfront eingesetzt, einige kamen auch noch nach Libyen um das Deutsche Afrika Korps zu unterstützen und zu verstärken. In Afrika wurden die Panzer beim 2. Bataillon des 5. Panzer-Regimentes der 21. Panzerdivision eingesetzt. Hierbei musste der Kühllufteinlass und -auslass vergrößert werden und der normale Kühlerlüfter durch einen Hochleistungslüfter ausgetauscht werden.


Panzerjäger II "Marder II" (Sd.Kfz.131) auf Basis des Panzerkampfwagen II Ausf. F



Marder II A, Sd.Kfz.131, Russland.



Der Panzerkampfwagen II mit seiner Standardbewaffnung konnte nur bedingt gegen Panzer eingesetzt werden. Während er gegen Infanterie und ungepanzerte Fahrzeuge, sowie nur leicht gepanzerte Fahrzeuge sehr effektiv war, hatte er gegen Panzer wie dem T-34, dem späteren Sherman oder britischen Panzern wie Matilda, Crusader oder Valentine kaum etwas entgegen zu setzen. So wurde der Panzerkampfwagen II nach und nach durch die Modelle der Panzerkampfwagen III und IV abgelöst. Da jedoch immer mehr alliierte Panzer auf dem Schlachtfeld erschienen und der Kampf, besonders gegen die Rote Armee mehr auf bewegliche Feuerkraft ausgelegt war, musste hier Abhilfe geschaffen werden. Es wurde dabei, angelehnt an den Marder I, dessen 7,5 cm PaK auf dem Chassis des erbeuteten, französischen Panzer "Lorraine" aufgebaut wurde, ein neuer Panzerjäger entwickelt.
1941 begann bei der Firma Alkett die Entwicklung an diesem Panzerjäger. Da viele ausgemusterte Modelle des Panzerkampfwagens II der Ausführungen D und E zur Verfügung standen, wurde hier als Erstes experimentiert. Als Experimentalwaffe für die Chassis D und E diente die in Massen erbeutete russische 7,62 cm Pak 36. Auf Basis des Panzerkampfwagen II Ausf. F wurden dann, nach anfänglichen Erfolgen auf den Chassis D und E, weitere Panzerjäger gebaut. Hierbei wurden verschiedene Modelle hergestellt.

Der Panzerjäger "Marder II", Sd.Kfz.131, oder Marder II A, hatte die deutsche 7,5 cm PaK 40/2 als Hauptbewaffnung. Diese wurde auf dem Chassis des Panzerkampfwagen II Ausf. F so eingebaut, das diese weiter hinten und leicht tiefer eingebaut war als bei der Ausf. D. Dabei wurde auch eine neu angefertigte Unterlafette für die Kanone verwendet, eine Platte mit einem Zahnkranz. Diese wurde auf die Decke des Panzerkasten-Oberteils aufgesetzt und fest verschraubt. Dadurch konnte die Fahrzeuggröße reduziert und im Gegensatz zum Marder II D auf 2,56 m verringert werden. Die Breite betrug 2,30 m und die Länge 4,88 m. Mit dieser Kanone war nun der Panzerjäger "Marder II" in der Lage, feindliche Panzer vom Typ T-34 oder KW-1 auf größere Entfernung auszuschalten.
Im Frühjahr 1942 begann die Produktion bei den Firmen FAMO, MAN und Daimler-Benz und wurde bis zum Sommer 1943 durchgeführt. Bis ins Jahr 1944 wurden immer wieder kleinere Umrüstungen und Verbesserungen durchgeführt. Die Besatzung betrug vier Mann. Darunter waren der Fahrer, der Richtschütze, der Ladeschütze und der Kommandant. Um die Besatzung zu schützen, gab es nach vorne und an den Seiten einen festen Panzerschild mit 30 mm Panzerung und einen beweglichen Panzerschild der 7,5 cm PaK. Durch den Schild und der festen Panzerung betrug der Richtwinkel zu den Seiten der Kanone nur +32° bis -25°. Insgesamt wurden 37 Schuss auf dem Heck in einem dreiteiligen, gepanzerten Munitionsraum mitgeführt. Mit der 7,5 cm Pak, der Besatzung und der Kampfbeladung betrug das Kampfgewicht des Marder II, Sd.Kfz.131, 10,8 t. Um diese 10,8 t bewegen zu können, wurde ein Maybach HL 62 TRM mit 140 PS eingebaut, der identische Motor wie bei der Ausf. F. Damit erreichte der Panzerjäger eine Geschwindigkeit von 40 km/h.
Vor der 7,5 cm PaK 40 wurden aber noch Versuche durchgeführt, die 5 cm PaK 38 zu verwenden. Allerdings entschied man sich dagegen, da die 7,5 cm Pak eine deutlich bessere Kampfleistung besaß. Nichts desto trotz gelangten einige wenige Fahrzeuge notgedrungen mit der 5 cm PaK an die Front, um den Missstand an Panzerjägern auszugleichen.
Von diesem Fahrzeug, dem Sd.Kfz.131, wurden insgesamt 531 Fahrzeuge neu gebaut und ca. 130 von älteren oder beschädigten Fahrzeugen umgebaut. Die Umrüstung und Aufwertung fand dabei hauptsächlich bei der Firma FAMO statt.


Panzerjäger mit der 5 cm PaK, im Hintergrund zwei Marder II.



Eingesetzt wurden die Marder II von den Panzerdivisionen der Wehrmacht und der Waffen SS, aber auch bei einigen Luftwaffen-Einheiten welche an der Front operierten. Das Sd.Kfz.131 wurde von den Besatzungen mehr geschätzt als das Sd.Kfz.132, da die Silhouette niedriger war und der Panzerjäger der Besatzung mehr Schutz bot. Eingesetzt wurden die Panzerjäger nicht zum direkten Angriff. Sie sollten an bestimmen, definierten Positionen Stellung beziehen und den auftretenden Feind bekämpfen. Wenn der Feind jedoch anrückt, oder die eigenen Truppen vorrückten, sollten die Panzerjäger entweder die Position halten, oder sich zurückfallen lassen. Dabei sollten sie schnell ausweichen, eine Ausweichstellung beziehen, den Feind weiter bekämpfen und dann weiter ausweichen. Damit sollten sie immer in ausreichender Entfernung bleiben und die Reichweite der Waffe ausnutzen. Ein direkter Kampf war nicht vorgesehen, da dies der Panzerjäger nicht überlebt hätte. Da die Reichweite vor allem in der russischen Steppe ausgenutzt werden konnte, wurde der Großteil der Marder II an die russische Front geschickt. Doch auch nach Afrika wurden einige Marder II geschickt. Einige wenige wurden in der Normandie eingesetzt, diese kamen jedoch 1944 stückweise nach Ungarn (wurden nach und nach an Ungarn übergeben).

Der wohl berühmteste Marder II ist "Kohlenklau". Dieser stammt aus einem beliebten Cartoon und die Besatzung von "Kalle Kohlenklau" konnte mehr als 20 Abschüsse für sich verbuchen. Eingesetzt war dieser Marder bei der 3. Kompanie der Panzerjäger-Abteilung 561 und der Geschützführer Helmuth Kohlke.


Marder II "Kohlenklau"



lFH 18 auf Fahrgestell Panzerkampfwagen II "Wespe" (Sd.Kfz.124)



Zwei zerstörte "Wespen", u.a. auch "Anneliese", Ukraine 1944.



Während des Feldzuges im Osten gegen die Rote Armee stieg der Bedarf an mobiler Artillerie stark an. Da die Pferde aufgrund der schweren Geschütze, der langen Wege und der schlechten Wegeverhältnisse immer langsamer und schlechter voran kamen, wuchs der Wunsch nach mobiler Artillerie auf Selbstfahrlafetten. Im Jahr 1942 führte dieser Bedarf und die Entwicklung zur "Wespe".

Entwickelt wurde die "Wespe", oder offiziell bezeichnet als "10,5 cm leichte Feldhaubitze 18 auf Fahrgestellt Panzerkampfwagen II", von der Firma Alkett. In diese Firma wurde viel gesetzt, da diese schon den "Marder II" und andere Umbauten von den bestehenden Panzerchassis hergestellt hatte. Wie beim "Marder II" nahmen die Ingenieure das Chassis des Panzerkampfwagen II Ausf. F für den Umbau, denn für diese Ausführung gab es die meisten mechanischen Teile und viele Möglichkeiten zum Umbau.
Um den massiven Rückstoß der 10,5 cm Feldhaubitze allerdings zu kompensieren, musste Alkett ein Gegengewicht einbauen. Aus diesem Grund wurde der Motor nach vorne verlegt und der Kampfraum nach hinten. Somit diente der schwere Motor als Gegengewicht für die Feldhaubitze und die Selbstfahrlafette war einigermaßen stabil. Um die Motorenabgase nicht in den Kampfraum zu leiten, wurde der Auspuff verlängert und unter den Kampfraum geführt sowie ausgelassen. Die Frontpartie wurde weiter geneigt, um eine abweisende Wirkung gegen Beschuss zu erreichen. Der Fahrer saß vorne in einer geschlossenen Fahrerzelle direkt neben dem Motor.
Der Aufbau war relativ hoch, leicht geneigt und hatte eine Panzerung von nur 10 mm. Nach oben hin war der Kampfraum offen, nach hinten gab es allerdings kleinere Türen. So konnte der Kampfraum zu allen Seiten geschlossen werden und gab der Besatzung ein minimales Gefühl der Sicherheit.
Um die Kanone tragen und den Belastungen während des Rückstoßes standhalten zu können, musste die Aufhängung verstärkt werden und die letzte Laufrolle wurde leicht nach hinten versetzt. So sparte man sich, trotz geringer Verlängerung des Fahrwerkes, eine weitere Laufrolle. Das Kampfgewicht der Wespe betrug 11 t, dennoch konnte eine Geschwindigkeit von 40 km/h erreicht werden.
Die Bewaffnung der "Wespe" war die 10,5 cm leichte Feldhaubitze 18. Diese nahm im Kampfraum allerdings viel Platz ein und somit konnten nur 32 Schuss Munition mitgeführt werden. Die Reichweite der leichten Feldhaubitze betrug um die 10.650 m, somit konnte die "Wespe" weit hinter der Frontlinie agieren und war nicht direkten Kampfhandlungen ausgesetzt.

Das Konzept wurde von Alkett vorgelegt, und am 14. Juli 1942 von der Panzerkommission genehmigt. Elf Tage später, am 25 Juli, bestätige Hitler den Auftrag über 1.000 Fahrzeuge. Ende 1942 wurde von Alkett der erste Prototyp für Tests vorgestellt. Nachdem die Tests erfolgreich abgeschlossen wurden, übergab man der Firma FAMO in Warschau den Auftrag zum Bau der Wespe. Trotzdem der Auftrag schon sehr früh erteilt wurde, begann die Produktion erst im Februar 1943 und wurde durch die Eroberung der roten Armee von Warschau im Juni 1944 gestoppt. Insgesamt stellte FAMO 676 Fahrzeuge her.
Der größte Teil der produzierten Fahrzeuge ging an die Ostfront wo im März 1943 die erste Panzerartillerie-Abteilung aufgestellt wurde. Der erste, große Einsatz fand bei der berühmten Panzerschlacht am Kursker Bogen statt. Dabei war die "Wespe" zusammen mit der "Hummel" so erfolgreich, das Hitler den Befehl gab, alle anderen Umbauten auf Basis des Panzerkampfwagen II zu stoppen und die "Wespe" zu fördern sowie bevorzugt zu bauen. Im Sommer 1944 wurden einige Abteilungen in die Normandie entsandt, um die dort kämpfenden Truppen zu unterstützen.
Während der Kämpfe in Italien, vor allem bei der Schlacht um Anzio, halfen die "Wespen" die Cäsar- und Gustav-Linie zu verteidigen.
Am 27.Februar 1944 wurde die Nutzung des Namens "Wespe" durch eine Weisung von Hitler untersagt, da der Name für ein Kampffahrzeug unpassend sei.

Sechs Panzerhaubitzen "Wespe" haben den Krieg, mehr oder weniger, unbeschadet überstanden. Jeweils eine kann im Panzermuseum Munster (D), Museé des Blindes in Saumur (F), Kubinka Tank Museum (R) betrachtet werden. Diese sind intakt und komplett ausgestellt. Im Battle of Normandy Museum in Bayeu (F) steht ein Wrack und in der André Becker Collection (B) stehen zwei Wracks der "Wespe".


Munitionsschlepper auf Panzerkampfwagen II (Sd.Kfz.124)



Munitionsschlepper "Wespe", von britischen Soldaten erbeutet, 30. August 1944.



Auf Basis der "Wespe" wurde im Feld und von FAMO eine Waffenlose Variante entwickelt. Da der Kampfraum der "Wespe" klein und eng war, konnte diese nicht sehr viel Munition mit sich führen. Aus dieser Not heraus wurde im Feld von einer beschädigten "Wespe" die leichte Feldhaubitze entfernt und der Kampfraum komplett mit Waffenboxen gefüllt. Der gefüllte Kampfraum konnte nun, statt 32 Schuss, 90 Schuss Munition mitführen.
Die Firma FAMO übernahm diese Idee und stellte, extra für diese Zwecke vorgesehen, 159 Munitionsschlepper auf Basis der Wespe her. Dabei wurde die Frontpanzerung, die das Schild der Feldhaubitze einnahm, durch eine modular, entfernbare Panzerplatte ersetzt. Dadurch konnte dieses Fahrzeug schnell und relativ leicht wieder zu einer regulären Selbstfahrlafette mit der leichten Feldhaubitze 18 aus- und umgerüstet werden.
Je zwei Stück wurden an eine Abteilung von sechs "Wespen" ausgegeben.


Technische Daten
Ausf. c
Ausf. A
Ausf. B
Ausf. C
Ausf. F
Marder II A
15 cm sIG 33 auf Pz.Kpfw.II
Wespe
Gefechtsgewicht: ca. 8,9 t ca. 8,9 t ca. 8,9 t ca. 8,9 t ca. 9,5 t ca. 10,8 tca. 12 t ca. 12,12 t
Länge: 4,81 m 4,81 m 4,81 m 4,81 m 4,75 m 4,81 m5,48 m 4,81 m
Breite: 2,22 m 2,22 m 2,22 m 2,22 m 2,28 m 2,28 m2,60 m 2,28 m
Höhe: 1,99 m 1,99 m 1,99 m 1,99 m 2,15 m 2,30 m1,98 m 2,30 m
Motor: Maybach HL 62 TR, 140 PS Maybach HL 62 TR, 140 PS Maybach HL 62 TR, 140 PS Maybach HL 62 TR, 140 PS Maybach HL 62 TR, 140 PS Maybach HL 62 TRM, 140 PSBüssing-NAG V8, 155 PS Maybach HL 62 TR, 140 PS
Geschwindigkeit: 40 km/h 40 km/h 40 km/h 40 km/h 40 km/h 50 km/h45 km/h 40 km/h
Reichweite: 190 km 190 km 190 km 190 km 190 km 220 km170 km 220 km
Bewaffnung primär: 2 cm KwK 30 L/55 2 cm KwK 30 L/55 2 cm KwK 30 L/55 2 cm KwK 30 L/55 2 cm KwK 38 L/55 7,5 cm PaK 40 L/4815 cm sIG 33 L/11 10,5 cm leFH 18/2 L/26 \ 28
Bewaffnung sekundär: 7,92 mm MG 34 7,92 mm MG 34 7,92 mm MG 34 7,92 mm MG 347,92 mm MG 34 keinekeine 7,92 mm MG 34
Panzerung: Wanne 5 - 15 mm Wanne 5 - 16 mm Wanne 5 - 16 mm Wanne 5 - 16 mm Wanne 5 - 30 mm Wanne 14,5 - 35 mmWanne 15 - 30 mm Wanne 10 - 30 mm
Besatzung: 3 Mann 3 Mann 3 Mann 3 Mann 3 Mann 4 Mann3 Mann 4 Mann






Autor: Kanthe